Kann man so nennen, ja. Mein Umfeld dürfte in den letzten Monaten eine gewisse Härte von meiner Seite zu spüren bekommen haben, welche in den letzten Wochen noch einmal zugenommen haben dürfte. Die Selbstdiagnose Burn-out von letztem Jahr hat vielleicht Gesellschaft bekommen, und / oder eine atypische, ein sogenannte Hochfunktionale Depression wahrscheinlich. Leider sind die Menschen in unserer Gesellschaft meist nicht ehrlich. Ich, als psychisch Kranker tue mich schwer da durch zu manövrieren. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, und ich antworte, dann stoße ich auf Ablehnung, weil – in der Regel – niemand diese Frage ernst meint. Dramatische Konsequenzen hat das zur Folge. Leute wenden sich ab, ich nehme das Abwenden persönlich und meide diese Leute. Insbesondere, wie in dem Fall des Bioladen-Besitzers, der sich zuvor noch bei mir beschwert hatte, wie schwierig das doch alles ist, selbstständig zu sein, so viel Arbeit zu haben, so viel Steuern zahlen zu müssen, und so weiter … da mache ich nicht mehr mit, da ziehe ich mich zurück, weil auch der Vertrauensvorschuss plötzlich wie weggeblasen ist.
Möglicherweise verstehen Gesunde psychisch Kranke auch falsch, wie Hund und Katze quasi. Ich meine, ich antworte auf die Frage, wie es mir geht, eben mit einer Kurzbeschreibung, eben wie es mir geht, und ich will mich nicht ausheulen. Möglicherweise denken Gesunde aber, dass dies meine Absicht sei, und wenden sich ab und ignorieren mich oder suchen hastig das Weite. Verletzend ist das. Wer kann das nachvollziehen?
Oder die Frage an psychisch Kranke, von denen man weiß, dass sie psychisch krank sind, wiederholt fragen, was los ist. Und dann nicht weiter wissen, und wieder ignorieren. Wie im Fall, einer meiner Brüder. Aber, es kam immerhin die Frage, wie es mir geht. Und dann ein Nachhaken, auch wenn zehn Jahre zu spät.
Es gibt auch Leute, die fragen gar nicht, wie es einem geht. Man kennt sie jahrzehntelang, und sie beurteilen – laut eigener Aussage – nur das, was sie sehen, oder meinen, wenn man sich nicht bei ihnen melden würde, würde es dem anderen ja gut gehen. Seltsam bis irrsinnig.
Na ja, aber eigentlich wollte ich über den Stresstest schreiben. So zumindest beurteile ich mein Verhalten in den letzten Wochen. Die Traumatherapie steht an, und möglicherweise brauche ich gelegentlich mal Gesprächspartner. Verständlich, oder? Nur wer ist da?
Sieht wohl so aus, als würde ich dann wieder viel schreiben. Vielleicht wird das dann wirklich ernst hier.
Jedenfalls hatte ich gestern ein Adrenalin-Schub, der mich zum zittern brachte, – von wegen Stresstest – als ich meinem Adotivvater die Meinung sagte. Zwar schriftlich, da ich den Schlussstrich unter diese Beziehung schon vor langer Zeit begann, und erst gestern ist es eskaliert, da er maßlos übertrieben hatte und an angehender Übergriffigkeit und Kontrollsucht sich selbst übertroffen hatte, und das auf eine Entfernung von über dreihundert Kilometer und nur per E-Mail.
Nun ist er wahrscheinlich beleidigt, und ich gehe davon aus, dass es das nun auch war. Was für mich konsequenterweise auch bedeutet, dass ich noch einmal ernsthaft über eine Namensänderung nachdenken werde. Aber das hat noch Zeit, ich bin zu sehr beansprucht, als dass ich eine weitere Zerreißprobe in der Richtung nun brauchen könnte. Ich habe es einfach satt, diese Machtspiele zu ertragen, und dann auch noch mitzuspielen, und immer wieder runter gemacht zu werden, und den Versuchen klein gehalten zu werden standzuhalten.
Ich hatte immer mir Verwunderung gelauscht, wenn manche sagten, ich bin nicht dein Mülleimer. Aber gestern hatte ich das begriffen. Und ich habe wirklich kein Interesse mehr, als Mülleimer benutzt zu werden. Hatte leider nicht die Kapazität frei, das früher zu bemerken.
Wahrscheinlich ist das jetzt auch der springende Punkt. Ich brauche ein soziales Netz, welches mich trägt, und nicht eines, welches mich benutzt. Aber hey, erkenn das mal, wenn du so aufwächst. eine Katastrophe. Dankbar bin ich nun schon, dass ich wenigsten diesen emotionalen Missbrauch aufgedeckt und angegangen bin.
Das werden interessante Zeiten, in absehbarer Zukunft und sie haben schon längst begonnen, wenn ich es mir recht überlege.
Erkenne dich selbst.